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Faktor VIII

Biochemie

Synonym Antihämophiles Globulin A Faktor VIII Clotting-Aktivität (Faktor VIII:C)
Molekulare Masse 280.000 Da
Syntheseort Leber, Plazenta, Niere, Milz, Lymphknoten, Muskelzellen
Halbwertszeit 8 - 12 Stunden gebunden an vWF 2,4 Stunden freier Faktor VIII
Plasma-Konzentration 0,15 mg/l
Normwert 50 - 150 % (abhängig von der Blutgruppe)


Im Plasma liegt Faktor VIII im Komplex mit von Willebrand-Faktor vor. Das Glycoprotein ist mit Faktor V verwandt (40 % AS-Identität) und hat wie dieser Cofaktor-Funktion der plasmatischen Gerinnung. Nach Aktivierung durch Thrombin bildet Faktor VIIIa mit Faktor IXa, Phospholipiden und Calciumionen den Tenase-Komplex, an dem die Aktivierung des Faktor X stattfindet. Wie Faktor V wird auch Faktor VIII von aktiviertem Protein C durch proteolytische Spaltung inaktiviert.

Klinische Bedeutung

Ein hereditärer Faktor VIII-Mangel ist die Ursache für die Hämophilie A.

> 5-40 %: milde Hämophilie A
1-5 %: mittelschwere Hämophilie A
< 1 %: schwere Hämophilie A

Auch beim von Willebrand-Syndrom stellt man einen Faktor VIII-Mangel mit angeborenen Ursachen fest. Erworbene Ursachen (Synthese- und Umsatzstörungen) sind seltener. Häufiger zu beobachten ist die Bildung von Faktor VIII-Inhibitoren, besonders nach Substitutionstherapie bei Hämophilie A. Eine Inhibitorbildung kann auch als Folge von Autoimmunerkrankungen, medikamentösen Therapien (z.B. Penicillin) und bei monoklonalen Granulopathien und lymphoproliferativen Erkrankungen auftreten. Als Akut-Phase-Protein kann Faktor VIII postoperativ, in Phase I einer Verbrauchskoagulopathie, bei Lebererkrankungen, Tumor-Erkrankungen, Entzündungen, Gefäßerkrankungen, aber auch körperlichen und psychischen Streßsituationen (Blutabnahme) erhöht sein.

Indikation

  • Differenzialdiagnostik und Abklärung einer angeborenen Blutungsneigung
  • Diagnostik von Faktor VIII-Inhibitoren
  • Überwachung einer Substitutionstherapie
  • Thrombophilie-Diagnostik
  • Gehaltsbestimmung von Faktor VIII-Konzentraten

Literatur

  1. Rosen S et al. Clinical application of a chromogenic substrate method for determination of factor VIII activity. Thromb Haemost 54, 818-823, 1985.
  2. Barrowcliffe T. Recommendations for the Assay of High-Purity Factor VIII Concentrates. Thromb Haemost 70, 876-877, 1993.
  3. Lethagen S et al. Clinical application of the chromogenic assay of factor VIII in hemophilia A and variants of von Willebrands disease. Scand J Haematol 37, 448-453, 1986.
  4. Prowse C et al. Room temperature, microtray chromogenic assay of factor VIII:C. Vox Sang 50, 21-25, 1986.
  5. Mikaelsson M. Factor VIII Assays. IMH 8, 4, 2000.
  6. Mahdi AJ, Obaji SG, Collins PW. Role of enhanced half-life factor VIII and IX in the treatment of haemophilia. Br J Haematol. Jun 169(6), 768-76, 2015.

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